Welche Trends gibt es?
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Natalie Falkman, Senior-Portfoliomanagerin der Strategie Circular Economy von Robeco, blickt auf ihren persönlichen Weg als Anlegerin zurück und erläutert, warum die Kreislaufwirtschaft für die heutigen Märkte ein so überzeugendes Anlagethema ist.
In Schweden gelten Anlagen in Aktien fast schon als Nationalsport. Einige machen hohe Steuern dafür verantwortlich, dass Pferderennbahn und Börse zu den wenigen Orten gehören, an denen man noch reich werden kann. Meine erste Anlage tätigte ich in der Schulzeit und wenig überraschend beim schwedischen Telekommunikationsausrüster und Mobiltelefonhersteller Ericsson1, einer damals beliebten Technologieaktie.
Ich eröffnete ein Konto beim Schwedischen Verband junger Aktionäre, einer günstigen Möglichkeit zum Aktienkauf und -verkauf. Es war spannend, die Faktoren zu verstehen und ständig zu verfolgen, die die Performance der Unternehmen beeinflussten, in die mein ganzes Taschengeld floss. Seitdem bin ich dabei geblieben.
Eine gute Aktie ist für mich eine, die ich lange besitzen möchte – ein Unternehmen, das durch Wachstum besser und nicht bloß größer wird. Gutes Management ist ein riesiger Teil davon. Ich bin keine Expertin darin, die Unternehmen zu führen, an denen ich beteiligt bin. Wenn ich in ein Unternehmen investiere, setze ich daher ebenso auf deren Unternehmensführung. Sie prägen die Kultur, und das ist für den langfristigen Erfolg enorm wichtig. Deshalb mag ich gründergeführte Unternehmen und kein Machtstreben.
Sich daran zu gewöhnen, sich unwohl zu fühlen. Dazu gehört, Fragen zu stellen, selbst wenn man dabei als dümmste Person im Raum erscheint. Nicht zu fragen kann teuer werden.
Die Kreislaufwirtschaft ist kein eng gefasstes Nischenthema. Im Kern geht es bei der Kreislaufwirtschaft um Effizienz: mehr aus weniger herauszuholen – in jedem Prozess und jedem Wirtschaftsbereich. Je früher sie in der Wertschöpfungskette ansetzt, desto größer die Wirkung. Deshalb erstreckt sich das Thema weltweit über alle Sektoren und Regionen. Daraus ergibt sich die Vielfalt der Anlagemöglichkeiten.
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Der Fokus auf Mid- und Small-Caps der Strategie Circular Economy ist ein echtes Differenzierungsmerkmal gegenüber vielen globalen Produkten wie regulären Fonds oder Umweltstrategien. Wir haben auch gezeigt, dass wir uns anpassen und Chancen direkt nutzen können.
In diesem Jahr waren unverzichtbare KI-Zulieferern, viele davon in Asien, eine wichtige Alpha-Quelle2, während die Strategie 2022 – noch geprägt von Corona-Einschränkungen – eine klar defensive Ausrichtung hatte. Die Strategie ist breit, flexibel und wirklich aktiv. Wir lassen uns nicht von großen Gewichtungen globaler Indizes leiten.
Schließlich glaube ich fest daran, dass die thematische Perspektive unser Vorteil ist. Sie stärkt unseren Auswahlprozess, indem sie uns auf Unternehmen aufmerksam macht, die Kunden einen echten Mehrwert bieten. Das sind Unternehmen, die das BIP im Laufe der Zeit profitabel übertreffen können.
Viele glauben fälschlich, dass Regulierung der Treiber ist, doch Wirtschaftlichkeit ist der weit mächtigere Anreiz.
Kreislauforientierung bedeutet, klug und vorausschauend zu handeln. In einer Welt knapper Ressourcen und gestörter Lieferketten ist das Recycling von Materialien zum Beispiel wirtschaftlich einfach sinnvoll. Den Übergang zur Kreislaufwirtschaft treiben daher Unternehmen selbst voran: Sie wollen effizienter werden, Kosten sparen und robuste Lieferketten aufbauen.
Ein von wenigen Aktien getriebener Markt ist das wohl härteste Umfeld für eine diversifizierte, auf Mid-Caps fokussierte Strategie wie unsere. Auch in den Jahren, in denen die Glorreichen Sieben dominierten, profitierten wir von einer guten Aktienauswahl außerhalb dieser kleinen Gruppe.
Verständlicherweise hinkte die relative Rendite dem MSCI World etwas hinterher, aber wir lagen weitgehend im Trend globaler Kategorien oder davor.
Glücklicherweise wurde die Marktverengung in diesem Jahr eher von einigen Themen als von wenigen Aktien bestimmt. Auch der KI-Trend weitet sich aus, und dank unserer Breite über Marktkapitalisierungen, Regionen und Sektoren hinweg konnten wir ihn nutzen, statt ihn zu umgehen. Zu Jahresbeginn waren Unternehmen KI-Wegbereiter, die bei angemessenen Bewertungen ein besonderes Gewinnwachstum aufwiesen. Wir setzten darauf und profitierten, als der Markt Vertrauen in ihre Ertragsstärke gewann.
Gegen Ende des ersten Halbjahres lief das KI-Thema jedoch heiß. Mit wachsender Begeisterung kümmerten sich Anleger weniger um Bewertungen und die Risiken einer engen Positionierung.
Nicht jedes KI-Unternehmen ist eine Anlage wert, doch die KI-Nachfrage ist real, wächst und bringt Effizienz sowie Innovation. Daraus ergeben sich gute Chancen für ein ausgewogenes Engagement in KI-Wegbereitern und KI-Anwendern außerhalb des Technologiesektors.
Letztlich bleiben wir aktiv, ohne unserem Anlagethema untreu zu werden. So passen wir uns weiter an und halten zugleich diszipliniert an den fundamentalen Kriterien fest, die eine Position im Portfolio erfüllen muss.
Ich erinnere mich eher an die schlechtesten, aber auch aus ihnen habe ich gelernt. Ein positives Beispiel, das mir einfällt, ist mein Kauf von NVIDIA*, lange bevor das Unternehmen zu den Glorreichen Sieben zählte. Damals war es primär ein Gaming-Unternehmen, doch der Wandel zu beschleunigter Rechenleistung hatte begonnen und das Potenzial von GPUs abseits von Grafiken wurde sichtbar.
Die Unternehmensführung ist immer Teil meiner Anlagethese und war hier entscheidend: ein gründergeführtes Unternehmen mit Jensen Huang, der den Wandel Jahre vor dem Markt erkannte. Ich habe zu früh verkauft. Manchmal ist es bei einer großartigen Anlage am schwierigsten, sie einfach zu behalten.
Das Buch „The Most Important Thing“ von Howard Marks ist lehrreich, da es Anleger fordert, über den Konsens hinauszudenken und Effekte der zweiten Ebene von Trends oder Ereignissen zu betrachten. Es warnt auch davor, dass menschliche Emotionen gute Anlageentscheidungen mitunter untergraben. Ich lese noch immer seine Memos, die Marktrauschen hervorragend ausblenden und das Wesentliche auf den Punkt bringen. Falls wir uns treffen würden, wüsste ich gerne, wie er in Echtzeit und nicht erst im Nachhinein erkennt, ob er zu früh dran ist oder falsch liegt.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Fundamental Equity Quarterly für Q4 veröffentlicht. Der vollständige Ausblick ist hier zu finden.
1 Die auf dieser Seite genannten Unternehmen dienen nur zur Veranschaulichung. Über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens kann keine Aussage abgeleitet werden. Hierbei handelt es sich nicht um Kauf-, Verkaufs- oder Halteempfehlungen.
2 Alpha bezieht sich auf die Überschussrendite einer Anlage im Vergleich zu einem Benchmark-Index und ist ein Maß für die Performance.
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