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Die globalen Aktienmärkte werden durch Rekordgewinne und ein starkes Wirtschaftswachstum in den USA und Schwellenländern gestützt. Dem steht jedoch eine Parallelwelt geopolitischer Konflikte und Handelsstreitigkeiten gegenüber.
An den Finanzmärkten müssen oft zwei konkurrierende Narrative berücksichtigt werden. Was wir derzeit erleben, ist jedoch anders: Es handelt sich offenbar um zwei Parallelwelten.
Da ist zunächst die positive Welt. Die Weltwirtschaft wächst schnell, angetrieben von außergewöhnlicher Innovationskraft und technologischem Fortschritt. Eine industrielle Revolution ist im Gange. Ihre Auswirkungen sind überall spürbar, und das gilt auch für die damit verbundenen Anlagechancen. Diese strukturelle Entwicklung wird durch Wirtschaftsdaten untermauert, die einen sich beschleunigenden Wandel andeuten. Die US-Industrieproduktion läuft auf Hochtouren, Schwellenländer tragen einen immer größeren Anteil zum globalen Wachstum und Wohlstand bei, und selbst angeschlagene Länder wie Deutschland scheinen sich zu erholen. Aus einer Bottom-Up-Perspektive sorgen Gewinnmargen auf Rekordniveau für eine breit angelegte Gewinndynamik. Gut geführte Unternehmen mit verlässlichen Geschäftsaussichten finden sich in allen globalen Märkten. Kurzum: ein goldenes Zeitalter für Aktien, gestützt durch reale Wirtschaftstätigkeit. Die jüngste geldpolitische Straffung in den USA, Europa und Japan spiegelt den Wunsch wider, mögliche Inflationsfolgen einzudämmen.
Gleichzeitig befinden wir uns jedoch in einer Welt, die bisweilen als „Omnikrise“ oder „perfekter Sturm“ beschrieben wird. Die Anleihenmärkte geben nach, während Regierungen mit hohen und weiter steigenden Schuldenlasten, politischen Unruhen, dem Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie einer durch zwei große Kriege ausgelösten Energiekrise ringen. Da sich die Kreditbedingungen verschärfen, erscheinen die Vermögensmärkte anfällig: Die Refinanzierung der enormen globalen Schuldenlasten wird immer schwieriger. Zudem treibt der KI-Boom die Inflation bei Energie und Sachwerten an und fördert eine zügellose Kreditaufnahme, wodurch die staatliche Kreditaufnahme verdrängt wird, was die Renditen noch weiter in die Höhe treibt. Ein fragiles Gebilde.
Wir neigen dazu, die Dinge positiv zu betrachten. Das Gewinnwachstum, die nach wie vor solide Liquiditätslage sowie verschiedene Konjunkturmaßnahmen im Vorfeld der US-Zwischenwahlen sind die ausschlaggebenden Faktoren für einen positiven Ausblick, wobei klar sein muss, dass die Risiken sehr real sind und zunehmen.
In diesem vierteljährlichen Ausblick für Aktien möchten wir eine ausgewogene und konstruktive Perspektive vermitteln. Neben dem Ausblick für Industrieländer von Tom Globe und dem Ausblick für Schwellenländer von Wim-Hein Pals richten wir den Blick unter anderem auf London und Argentinien. Außerdem ist ein Interview mit Natalie Falkman, der in Zürich ansässigen Portfoliomanagerin der Strategie Circular Economy von Robeco, einer unserer thematischen Aktienstrategien, enthalten.
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